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Oster Schrauberei

Ostern ist mittlerweile schon ein paar Wochen her und jetzt endlich komme ich dazu einen kleinen Bericht von meinen Schrauber-Ostern zu posten und dazu ein paar Bilder zu zeigen (einige Fotos sind irgendwie verschütt gegangen :-/ )

Achtung : Wie bei jedem Beitrag zu Reparaturen in diesem Blog erfordern auch die im folgenden Text beschriebenen Arbeiten entsprechendes Wissen, Fachkenntnis und geeignetes(!) Werkzeug. Gerade Teile unter Spannung wie Schraubfedern können bei ungewollter Entspannung enorme Kräfte entwickeln und so zu einer ernsten Gefahr für Leib und Leben werden! Der folgende Text ist keine Anleitung sondern nur eine Beschreibung, wie ich es gemacht habe – nachmachen auf eigene Gefahr.

In rust we thrust (oder so)

Oberste Priorität hatte die Rostbeseitigung des vorderen Kotflügels (Beifahrerseite), welcher schon seit geraumer Zeit am Radlauf Blasen schlug und nicht gutes erahnen ließ. Nachdem die vordere Stoßstange demontiert war zeigten sich am Kotflügel unten an den Befestigungsschrauben schon erste Auflösungserscheinungen, also höchste Eisenbahn hier einzugreifen.

Da der äußere Teil des Kotflügels (bzw die vom Rost befallenen Stellen) wieder lackiert werden sollten, schied hier das von mir gern genutzte Owatrol Öl aus. Der Rost wurde mittels CSD Scheibe (im Schraubenjargon auch oft “Negerkeks” genannt) und Drahtbürste so gut es ging entfernt, den Rest (u.a. Porenrost) erledigte Fertan (Rostumwandler), welcher zweimal aufgetragen wurde und über Nacht Zeit für seine chemische Arbeit bekam.

In den nächsten zwei Tagen wurde der Kotflügel von innen an den vom Rost gereinigten Stellen flächig und großzügig mit Ovagrundol (Kautschukfarbe versetzt mit Owatrol-Öl) 2x bestrichen. Damit war der Kotflügel von innen wieder fit für die nächsten Jahre.
Von außen wurde die Reste des angetrockneten Fertan mit einem Lappen und Wasser wieder abgewaschen, der Kotflügel war nun bereit für den Lackaufbau. Die Reihenfolge dafür war Haftgrund/Primer , Filler und dann Farbe, alles aus der Sprühdose.

Da zwar das Lackbild gut ist, aber der Farbton (obwohl Mercedes Farbcode 122) aus der Sprühdose nicht zu 100% passt (der Lack des Coupés ist heller), wird auch hier ein Lackierer noch einmal Hand anlegen müssen, die ausgebesserte Stelle fällt aber nicht wirklich auf.

Nachdem der Kotflügel optisch wieder hergerichtet war, wurde alles in umgekehrter wieder angebaut.

Der Blick in dunkele Ecken

Da der Kotflügel (und damit die Frontstoßstange) eh schon demontiert waren, habe ich den Anlass genutzt und gleich mal rundum alle Saccobretter sowie die Schwellerverkleidungen abgebaut, was überraschen fix gegangen ist, glücklicherweise sind dabei auch keine Clips (Sacco-Bretter) gebrochen, so das auch kein Bedarf an Neukauf bestand.

Während es unter den Sacco´s sehr gut aussah (klar, oberflächlich dreckig aber kein Rost) sah es im Schwellerbereich nicht so gut aus, die Bereiche um die vorderen Wagenheberaufnahmen auf beiden Seite sind von der brauen Pest zerfressen worden, so das hier auf jeden Fall noch Handlungsbedarf besteht. Da ich die Serienaufnahmen für die Wagenheber eh nicht nutze, werde ich nach der fachgerechten Entfernung des rostigen Bleches mittels Flex anstatt der Reparaturbleche normale Stahlbleche ohne Loch einschweißen lassen.

Bis es soweit ist habe ich den losen Rost mechanisch entfernt und das angegammelte Metall satt mit Owatrol Öl (verhindert weiterrosten und durchdringt den Rost) eingepinselt.

Die beiden Metallwinkel, die die Stoßstange am vorderen Teil der Kotflügel halten, waren ebenfalls schon oberflächlich angegriffen und auch diese wurden mittels Drahtbürste grob vom Rost befreit und dann dick und mehrfach mit Ovagrundol eingepinselt.

Aber bitte mit…. Folie

Nachdem alle Arbeiten, die ich mir für den Osterurlaub vorgenommen hatte, abgearbeitet waren und trotzdem noch einige Tage Freizeit “übrig” waren, habe ich mich an die Aufarbeitung der beiden Außenspiegel, des Plastik-Grilleinsatzes und des Wischerarms gemacht

Alle vier Anbauteile vereint der Umstand, das deren Kunststoff arg ausgeblichen und verlebt aussah. Da ich eine langfristige Lösung wollte, kam nur ein komplettes umfärben in der Farbe schwarz in Frage. Aber muss es denn immer Sprühfarbe sein?

Durch einen Freund erfuhr ich von Plasti-Dip, einem Sprühkunststoff, der mit Spraydose verarbeitet wird und auch als Sprühfolie bekannt ist. Der Vorteil von Plasti-Dip ist der Umstand, das sich die Beschichtung werkzeuglos wieder entfernen lässt. Also eine Dose in matt schwarz bestellt und losgelegt.

Alle Teile habe ich vor dem lackieren (oder besser gesagt sprüh- folieren) gründlich mit Waschbenzin gereinigt und entfettet. Beide Spiegel und der Grilleinsatz wurden für das Aufhübschen ausgebaut, nur der Scheibenwischer verblieb an seinem angestammten Ort (natürlich habe ich großflächig abgeklebt) – den Arm montierte ich jedoch ab und lackierte ihn einzeln.

Das Plasti-Dip lässt sich echt gut verarbeiten, wobei es aber schon so 10-15°C sein sollten, besser sind die angegebene 20°C. Wie beim lackieren auch wird im Kreuzgang aufgesprüht, die erste Schicht nur aufgenebelt und noch nicht deckend. 3-4 Sprühgänge später (nass in nass aufgetragen, jeweils ca 10 Minuten Pause zwischen den Durchgängen) entsteht eine gleichmäßig matte, widerstandsfähige und geschlossene Kunststoffschicht.

Fazit : Schaut wirklich sehr gut aus und es war mit Sicherheit nicht der letzte Einsatz von Plasti-Dip

 


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CDS Scheibe Mibenco Sprühfolie matt

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